Besuch des Legats Regio Volcano Styriae März 2013

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Am 1. März 2013 erhielten wir Besuch von unseren befreundeten Eidgenossen aus dem Legat Regio Volcano Styriae unter der Leitung von Legat Peter Hochwald. Die Organisation wurde durchgeführt von unserem Eidgenossen Alexander Mickel. Die Wiener Eidgenossen vertrat Legat Michael Oberbauer.

Wir trafen uns in der Vinothek „Weinraum“ im 8. Wiener Gemeindebezirk. Begrüßt wurden wir von der Bezirksvorsteherin des 8. Bezirkes, Frau Mag. Veronika Mickel-Göttfert, die uns Interessantes und Wissenswertes aus ihrem Bezirk erzählte. Hierauf referierte Herr Ewald Salzger, Präsident des ÖCV, über “Europatria, Identitätsbildung für ein Europe von morgen”. Darüber hinaus gewährte er uns einen sehr interessanten Einblick in den Österreichischen Cartellverband.

Geschlossen gingen wir hierauf in die Augustinerkirche und besuchten dort mit kompetenter Führung die Georgskapelle.

Genuin unabhängig von der Augustinerkirche wurde südlich des Chores die Georgskapelle als liturgischer Versammlungsraum der von Herzog Otto dem Fröhlichen – einem jüngeren Bruder von König bzw. Herzog Friedrich dem Schönen – gegründeten St. Georgsritterschaft errichtet, die urkundlich 1337 als Stiftung von Ulrich von Wallsee erwähnt und 1341 geweiht wurde. Ihre Zweischiffigkeit erklärt sich daher in dieser Doppelfunktion der Widmung.

Die Kapelle diente gewiss als liturgischer Versammlungsraum des Georgs-Ritterordens und eben der Familie Wallsee und nicht als Kapitelsaal der Augustiner, denn dieser war der Kapelle vorgelagert und hatte gewiss auch ihren Zugang vom Kapitelsaal her. Daher erklärt sich die Zweischiffigkeit des Hallenraums, wobei jedes Schiff gleich breit ist und auch jeweils seinen 5/8-Schluss hat. Kapellenanbauten im Anschluss an Kapitelsäle sind keine Ausnahmen gewesen, so wurde im Zuge der barocken Umbauten diese zweischiffige gotische Hallen-Kapelle St. Georg vor allem durch den Einbau des mehrstöckigen Hoforatoriums südlich des Chores der Augustinerkirche mit dieser zu einer Einheit verwoben, die ursprünglich in diesem Ausmaß nicht gegeben war.

Von dort begaben wir uns in den Stephansdom, wo wir schon zu einer Sonderführung erwartet wurden. Wir wurden nicht nur in die Kirche und in die höchst beeindruckende Schatzkammer des Domes geführt, sondern besichtigten auch ausführlich, die höchst beeindruckenden Katakomben. Als Höhepunkt begaben wir uns zum Grabmal von Kaiser Friedrich III. dem Gründer des St. Georg-Ordens, in dessen Tradition sich unsere Weinritterschaft befindet.

Heute betritt man den Stephansdom durch das Haupttor, das früher nur zu hohen Anlässen für die Oberschicht von Wien geöffnet war. Wie die beiden Heidentürme an seinen Seiten gehört es noch zum alten, spätromanischen Kirchenbau, der erstmals 1295 erwähnt wird.

Im linken Teil des dreischiffigen Hallenraums liegt die Tirna-Kapelle mit der Gruft Prinz Eugens. Hier findet man auch Meister Pilgram, der sich am Orgelfuß selbst mit Zirkel und Winkel in der Hand abgebildet hat.
Im Mittelschiff befindet sich die schöne Kanzel, von Anton Pilgram als Meisterwerk spätgotischer Bildhauerei geschaffen. Als “Fenstergucker” hat er sich hier selbst verewigt.

Mit dem Bau des Nordturms (Adlerturm) wurde 1450 begonnen. Er blieb unvollendet und wurde mit einer von einem Adler gekrönten Kuppel abgeschlossen. Zwar erzählt die Sage (“Meister Hans Puchsbaum“) es anders, Tatsache ist, dass über 100 Jahre an dem Dom gebaut wurde, die Gotik aus der Mode gekommen war und der Bau eingestellt wurde.

Mit einem Aufzug kann man zur Pummerin hinauffahren, die – so glauben die Menschen – zu wichtigen Anlässen, wie dem Jahreswechsel, geläutet wird. Sie soll aber geschont werden, und so übernimmt ihre Arbeit eine etwas kleinere Glocke.
Über 20 t schwer, wurde sie aus dem Metall erbeuteter türkischer Kanonen gegossen, stürzte aber 1945 beim Brand des Doms ab und zerschellte.

Erst 1699 versah der Magistrat den Turm mit einer Uhr, die nur die vollen Stunden schlug. Die ersten drei Viertel mussten weiterhin vom Turmwächter mittels eines Drahtes an das Primglöckchen geschlagen werden und damit beweisen, dass er anwesend war und nicht schlief.
Im linken Seitenchor steht neben dem leeren Stiftergrabmal für Rudolf IV. der prachtvolle gotische “Wiener Neustädter Altar” (1447).

Der Hochaltar (1640 – 1660) aus schwarzem Marmor stammt von den Brüdern Tobias und Johann Jakob Pock.
In seiner Nähe steht rechts an einem Pfeiler die “Dienstbotenmadonna” (1325) auf einem kleinen Sockel vor der Orgel.

Der Südchor wird von dem prunkvollen Marmorsarg Friedrichs III. beherrscht, versehen mit dessen Leitmotiv “AEIOU”.

In der Nähe des Ausgangs befindet sich ein Altar, vor dem stets Menschen beten und zahllose Kerzen brennen. Das “Gnadenbild Maria Pötsch” ist eine 1697 gefertigte Ikone aus dem ungarischen Pöcs, die seit der Schlacht bei Zenta (1697) hochverehrt wird. Während der entscheidenden Schlacht im Türkenkrieg sollen der Jungfrau zwei Wochen lang die Tränen aus den Augen geflossen sein.

Unter dem Stephansdom liegen die Katakomben. Als 1713 die Pest in Wien wütete, waren alle Friedhöfe überbelegt. Ca. 11.000 Tote warf man in die Schächte, die, sobald gefüllt, zugemauert wurden. Später haben Sträflinge und Mönche die Gebeine geschlichtet.

Den Mittelpunkt bildet die Herzogsgruft, die Rudolf IV. für die Habsburger anlegen ließ.

  Links vom Eingang sind zwei Metallstäbe eingemauert und ein Kreis in den Stein gekratzt. Das waren anno dazumal die rechtsgültigen Maße für die kleine und die große Elle sowie für den Brotlaib. Wer sich betrogen fühlte, konnte zum Stephansdom gehen und dort die erstandene Ware nachmessen.

Rechts neben dem Haupttor findet man das Kürzel O5 in den Stein gekratzt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war das das Zeichen einer Widerstandsgruppe gegen Hitler. 5 steht für den fünften Buchstaben im Alphabet und dazu noch das O = OE, also Ö wie Österreich.

Über diesem Symbol sowie an der gesamten Außenseite des Doms hat man die Grabsteine des alten Friedhofs montiert.

Nun war es schon spät geworden, und wir beendeten den höchst interessanten Tag beim Stadtheurigen “Esterhazykeller” mit einem wirklich lustigen und geselligen Beisammensein in Ritterlicher Freundschaft.